Jugendkulturkalender

Dezember 2011

Unsere Tipps für Euch:

Freitag, 02. Dezember
Westtorhalle Murnau
Der Jungbrunn
20:30 Uhr

Samstag, 03. Dezember
Katholische Pfarrkirch
"St. Nikolaus"
"samstags halb vier"
15:30 Uhr

Freitag und Samstag
09. und 10. Dezember
Westtorhalle Murnau
Georg Ringsgwandl mit Band
20:30 Uhr

Samstag, 10. Dezember
Katholische Pfarrkirche
"St. Nikolaus"
"samstags halb vier"
15:30 Uhr

Mittwoch 14. Dezember
Westtorhalle Murnau
Isar 148
20:30 Uhr

Samstag 17. Dezember
Katholische Pfarrkirche
"St. Nikolaus"
"samstags halb vier
15.30 Uhr

Samstag, 31. Dezember
Westtorhalle Murnau
Silwesttorhalle
22:00 Uhr

Questler

   
  Jugendjournalismus-Murnau
  Interview Punk
 


 

Interview mit Thomas P.* (17)

 

 
JS:     Hallo, danke dass du dir Zeit genommen hast, um uns ein paar Fragen zu beantworten, die das Thema
           Vorurteile anschneiden.

T:        Hallo.
JS:     Dann gleich mal die erste Frage: Warum bist du Punk und nicht Hippie, Gothic oder etwas anderes?
T:        Warum nicht? Der Sinn des Punk-Seins ist in meinen Augen, die Gesellschaft auf die gegenwärtig herrschenden
           sozialen Missstände aufmerksam zu
machen und sie erkennen zu lassen, dass es so nicht weitergehen darf. Das
           ist wichtig und damit identifiziere ich mich.
JS:    Mit dem Wort „Punk“ werden im Volksmund Dinge wie Drogen, Schmarotzer, Proteste oder
          Ungepflegtheit verbunden. Ist es tatsächlich
so, dass viele Menschen Vorurteile gegenüber Punks
          haben?

T:      Ja, das ist leider Tatsache.
JS:   Welche Reaktionen zeigen denn Menschen, denen du das erste Mal oder einfach nur auf der Straße
          begegnest?

T:       Das ist unterschiedlich, manchen Menschen gefällt die Art wie Punks sich kleiden oder man bekommt Komplimente
          für die Frisur. Aber es gibt auch
Leute, die einen offensichtlich abwertend ansehen oder sogar beschimpfen.
JS:   Das krasseste Erlebnis im Bezug auf die vorherige Frage?
T:      Das lustigste war, also in Garmisch in der Fußgängerzone ein etwa 70-Jähriger Herr auf mich zu kam und meinte:
         „Das sind ja echt geile Haare!
Wenn ich noch mehr davon hätte....“ Da ist man dann schon positiv überrascht.
JS:   Wie siehts in der Schule oder beim Bewerben aus? Wirst du genauso wie jeder andere respektiert?
T:      Eigentlich nicht so. Man kann das nicht allgemein sagen, aber Arbeitgeber und Lehrer, die einen weil man anders ist
         benachteiligen, gibt es genug. Mit Fleiß
und Engagement geht es aber meistens trotzdem, man wirkt dem Klischee
         des Schmarotzers entgegen.

JS:   Hast du also das Gefühl von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein?
T:      Nicht wirklich, wenn es für jemanden nicht in Ordnung ist, dass ich Punk bin, dann soll es mir egal sein. Ansonsten
          komm ich genauso gut wie jeder andere
klar ob beim Einkaufen oder Essen gehen und der Großteil meines
          Freundeskreises besteht aus Nicht-Punks.

JS:   Und wie gehst du im Gegenzug mit Menschen um, die sich dir gegenüber vorurteilhaft verhalten?
T:      Zuerst bediene ich die Klischees eines Punks, mit dem Hintergedanken danach diesem Menschen im Gespräch zu
         zeigen, dass  diese Klischees bei
der breiten Masse der Punks nicht greifen und versuche ihn so dazu zu bringen
         sich selbst  das „Brett vor dem Kopf“ zu nehmen. Sodass es dann heißt: „ Hey, du bist ja gar nicht so...“

JS:  Gute Sache und wie steht´s mit dem „grünen Freund und Helfer“?
T:      Das ist auch so eine Sache... Man wird als Punk unüblich oft gefilzt, da es die Vorurteile von wegen Drogen und
         Alkohol auch bei der Polizei gibt. Es ist wie
inoffizielle Diskriminierung, aber es gibt solche und solche, man kann
         das
nicht verallgemeinern und im Gespräch sind die meisten Beamten ganz in Ordnung.
JS:   Vielen Dank für deine Antworten und deine Sicht der Dinge. Deine letzten Worte?
T:      Punks pieksen nicht.
JS:   In der Tat.

* Name von der Redaktion geändert